FAQs2022-03-31T19:31:42+02:00
© unsplash | philipp mandler
Ist die GWÖ trotz aller bestehenden CSR-Programme notwendig?2022-01-02T08:31:05+01:00

Die meisten CSR-Instrumente haben sich als wirkungslos erwiesen, weil kritische Anforderungen nicht erfüllt werden. Die GWÖ hat die folgenden Anforderungen für effektive CSR definiert:

  1. Ganzheitlicher Ansatz (umfasst grundlegende Verfassungswerte)
  2. Umfassend
  3. Messbar
  4. Vergleichbar
  5. Verständlich
  6. Externe Rechnungsprüfung
  7. Rechtlich bindend
Was ist der Unterschied zwischen der Ökosozialen Marktwirtschaft und der Gemeinwohl-Ökonomie?2022-01-02T08:31:52+01:00

Die Gemeinwohl-Ökonomie zielt auf eine ökologische, soziale, solidarische, demokratische und humane Wirtschaft ab.

Die Ökosoziale Marktwirtschaft zielt auf soziale und ökologische Faktoren ab, bleibt aber im Grunde eine kapitalistische Marktwirtschaft mit dem Paradigma des finanziellen Wachstums und des Wettbewerbs.

Ist es realistisch, Mitbestimmung in Unternehmen zu etablieren?2022-01-07T20:05:07+01:00

In vielen Ländern ist die Mitbestimmung in großen Unternehmen bereits vorgeschrieben (z.B. Betriebsrat und Arbeitnehmervertretung im Vorstand). Die GWÖ fordert aus drei Gründen eine Ausweitung der Mitbestimmung:

  1. Die Menschenwürde verlangt, dass alle Menschen, die an einem Projekt beteiligt oder direkt davon betroffen sind, in den Entscheidungsprozess einbezogen werden.
  2. Empirische Untersuchungen zeigen, dass die Beteiligung der Arbeitnehmenden zu besseren Ergebnissen, mehr Identifikation mit dem Unternehmen, mehr Motivation und mehr Produktivität führt.
  3. Die Mitbestimmung beseitigt die Machtkonzentration in den Unternehmen.

Die GWÖ schlägt vor, dass demokratische Strukturen in kleinen Unternehmen unterstützt werden und in großen Unternehmen gesetzlich vorgeschrieben sein sollten.

Ist es realistisch, eine Wirtschaft ohne Wettbewerb zu haben?2022-01-02T08:32:10+01:00

Aggressiver Wettbewerb hat im Vergleich zu kooperativem Verhalten viele Nachteile. Kooperation statt Konkurrenzverhalten sollte belohnt werden. Studien zeigen, dass Kooperation mehr motiviert als Wettbewerb. Kooperation funktioniert durch gute Beziehungen, während Wettbewerb auf Stress, Burnout, Mobbing usw. beruht.

Wer überprüft die Ergebnisse der Gemeinwohl-Bilanz?2022-01-02T08:32:18+01:00

Die Bilanz des Gemeinwohls wird von unabhängigen, zertifizierten GWÖ-Prüfern durch ein externes Audit geprüft.

Eine Peer-Evaluierung ist ein erster Schritt zu einem vollständigen Audit und gibt Unternehmen die Möglichkeit, voneinander zu lernen.

Was sind die Vorteile für Unternehmen, wenn sie eine Gemeinwohl-Bilanz erstellen?2022-01-07T20:10:31+01:00

Auf der Grundlage von Rückmeldungen von Unternehmen sind die folgenden sieben Vorteile deutlich geworden:

  1. Der Prozess der Erstellung einer Bilanz motiviert Arbeitnehmende und Unternehmensleiter*innen, sich aktiv an der Transformation des Wirtschaftssystems zu beteiligen.
  2. Die Gemeinwohl-Bilanz ist ein hochwertiges Management-Instrument, das eine 360-Grad-Sicht ermöglicht, die zeigt, in welchen Bereichen das Unternehmen ethischer arbeiten kann.
  3. Es handelt sich um eine Plattform für Gleichgesinnte, auf der sich Unternehmen in allen Aspekten – vom Branchen-Know-how über das Personalwesen bis hin zu den Finanzen – gegenseitig unterstützen.
  4. Die Unternehmen sind attraktiver für potenzielle Mitarbeitende und für das bestehende Personal.
  5. Nachhaltige Verbraucher*innen bevorzugen GWÖ-Unternehmen.
  6. Lokale Regierungen können GWÖ-Unternehmen Subventionen gewähren.
  7. Unternehmen, die eine Gemeinwohl-Bilanz erstellen, bevor diese gesetzlich vorgeschrieben ist, haben den „First-Mover-Vorteil“.
Ich würde gerne Updates erhalten und mehr über die GWÖ erfahren. Kann ich mich für einen Newsletter anmelden?2022-01-27T08:55:15+01:00

Ja, hier gehts zur Newsletteranmeldung und hier gehts zur kostenfreien Infobestellung.

Wie kann ich zur GWÖ beitragen?2022-01-27T08:56:27+01:00

Sie können die GWÖ-Bewegung unterstützen, indem Sie Mitglied werden und/oder Geld an die GWÖ spenden. Wir brauchen immer Menschen, die die Arbeit der GWÖ aktiv unterstützen. Sie können in Regionalgruppen mitwirken oder Sie können Ihre beruflichen Kenntnisse und Erfahrungen für die GWÖ einsetzen, z.B. wenn Sie in den Bereichen IT, Marketing, Fundraising etc. tätig sind. Hier erfahren Sie mehr darüber, wie Sie sich engagieren können.

Wo kann ich Mitglied werden, in einer Region, dem nationale Verband oder der internationalen Bewegung?2022-01-27T09:05:59+01:00

Sie werden Mitglied bei einem Verein in Ihrer Region. In der Regel geschieht dies über Ihre Regionalgruppe. Alle Regionalgruppen in Österreich finden Sie hier.

Muss ich sofort Mitglied werden?2022-01-07T20:38:46+01:00

Sie sind herzlich dazu eingeladen, an Events der Regionalgruppe oder GWÖ-Veranstaltungen zu besuchen, ohne Mitglied zu werden. Wir freuen uns, jedoch wenn Sie uns unterstützen und Mitglied werden. In Österreich sind Aktive auch Mitglieder im Verein, das stärkt den Zusammenhalt und stützt unsere Arbeit. Eine Privatpersonen-Mitgliedschaft kostet 60 Euro pro Kalenderjahr.

Wie kann ich das Konzept der GWÖ in meine Arbeit in der Politik übernehmen?2022-01-27T09:07:10+01:00

Die GWÖ hat in der Politik über das gesamte Spektrum hinweg erstaunliche Fortschritte gemacht. Hier erfahren Sie mehr über unsere Arbeit und die Umsetzung der GWÖ in die Gesetzgebung.

Ich möchte einen Artikel über die GWÖ schreiben. Haben Sie eine Medienmappe?2022-01-27T09:07:36+01:00

Ja, Sie können das GWÖ Media Briefing hier herunterladen.

Ich möchte einen Film über die GWÖ produzieren. An wen kann ich mich wenden?2022-01-27T09:08:13+01:00

Bitte setzen Sie sich mit press-austria@ecogood.org in Verbindung.

An wen kann ich mich wenden, um einige Fragen zur Gemeinwohl-Ökonomie zu diskutieren?2022-01-27T09:08:48+01:00

Am besten an unseren monatlichen Infoabend teilnehmen. Ansprechpersonen der GWÖ in Österreich finden Sie auf unserer Kontaktseite. Allgemeine Frage können Sie gerne an austria@ecogood.org senden und Presseanfragen bitte an press-austria@ecogood.org bzw. finden Sie viele Infos auf unserer Presseseite oder fordern Infos kostenfrei an, siehe Infobestellung.

Was ist das Gemeinwohl?2022-01-02T08:33:33+01:00

Es gibt viele Definitionen des Gemeinwohls. Innerhalb der GWÖ-Bewegung wird die Auffassung vertreten, dass die Gesellschaft noch demokratisch bestimmen muss, was genau dies bedeutet. Die Gemeinwohl-Matrix ist unser aktueller Vorschlag für eine Definition des Gemeinwohls, aber sie ist nicht in Stein gemeißelt und sollte im Laufe der Zeit adaptiert werden.

Was ist die Gemeinwohl-Ökonomie?2022-01-02T08:33:41+01:00

Die Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) ist ein Wirtschaftsmodell, das ein gutes Leben für alle in Harmonie mit dem Wohlergehen des Planeten in den Vordergrund stellt. Was das Gemeinwohl konkret ausmacht, wird demokratisch unter Bezugnahme auf vier Gruppen ethischer Werte bestimmt: Menschenwürde, Solidarität und soziale Gerechtigkeit, ökologische Nachhaltigkeit, Transparenz und demokratische Mitbestimmung.

Ist die GWÖ Teil der wissenschaftlichen Gemeinschaft?2022-01-27T08:48:32+01:00

Die Gemeinwohl-Ökonomie ist auch auf dem Gebiet der Wissenschaft und Forschung zunehmend aktiv. Der Akteur*innenkreis Wissenschaft und Forschung sowie der Forschungsverein Gemeinwohl-Ökonomie beteiligen sich an Forschungsprojekten und entwickeln Instrumente zur Verbesserung der Gemeinwohl-Bilanz. Zu diesem Zweck betreibt der Verein eine Vernetzungsplattform mit mehr als 150 Wissenschaftlern. Im Juni 2018 wurde ein von Dr. Günter Koch koordinierter wissenschaftlicher Beirat gegründet, der die erste dreitägige Konferenz zur GWÖ an der Hochschule Bremen organisierte.

Seit Juni 2017 hat die Universität von Valencia, Spanien, den weltweit ersten GWÖ-Lehrstuhl inne. Im Herbst 2018 startete am Studienzentrum Saalfelden in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Burgenland in Österreich der Masterstudiengang Angewandte Gemeinwohlökonomie.

Gegenwärtig (Anfang 2020) wurden drei wissenschaftliche Studien über die GWÖ von der Universität Valencia, den Universitäten Flensburg und Kiel sowie der Universität Bremen durchgeführt. Sie zeichnen die GWÖ als „soziale Innovation“ aus, schreiben die Auswirkungen einer höheren ethischen und finanziellen Performance der Gemeinwohl-Bilanz zu und sehen die GWÖ als geeignetes Instrument zur Umsetzung der UNO-Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) in Unternehmen.

Wo genießt die GWÖ offizielle politische Unterstützung?2022-02-01T14:20:41+01:00

Die ersten Gemeinden mit einer Gemeinwohl-Bilanz sind Mäder und Nenzing in Vorarlberg, Österreich. In Deutschland nehmen Kirchanschöring in Oberbayern, Postbauer-Heng in der Oberpfalz und die schleswig-holsteinischen Gemeinden Breklum, Bordelum und Klixbüll eine Vorreiterrolle ein. Die deutschen Bundesländer Baden-Württemberg, Hessen, Bremen und die Regionalregierung von Valencia in Spanien unterstützen die GWÖ in ihren Regierungsprogrammen gezielt.

Der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss billigte die GWÖ in einer „Initiativstellungnahme“ im Jahr 2015 mit 86% und hält sie für geeignet für die Integration in den Rechtsrahmen der Europäischen Union und ihrer Mitgliedstaaten. Im Jahr 2017 kündigte der Ausschuss die GWÖ als eines der „neuen nachhaltigen Wirtschaftsmodelle“ an. Die GWÖ wurde auch von der UN-Wirtschaftskommission für Europa in Genf eingeladen, die GWÖ-Bilanz als Fallstudie vorzustellen, und wurde in einen Bericht des Forschungsinstituts der Vereinten Nationen für soziale Entwicklung aufgenommen.

Wie funktioniert die GWÖ?2022-01-02T08:34:02+01:00

Unternehmen, Universitäten, Gemeinden und andere Organisationen haben die Möglichkeit, eine Gemeinwohl-Bilanz zu erstellen. Diese Bilanz basiert auf der Gemeinwohl-Matrix, die 20 Themen beschreibt, die den Beitrag eines Unternehmens zum Gemeinwohl sichtbar machen. Jedes Unternehmen kann maximal 1.000 Punkte erreichen. Damit kann erstmals das Ergebnis eines CSR-Standards über alle Branchen, Rechtsformen und Unternehmensgrößen hinweg verglichen werden. Die GWÖ-Bilanz erfüllt und geht über die Forderung der Europäischen Union der nichtfinanziellen Berichterstattung hinaus.

Ein Ziel der Gemeinwohl-Ökonomie ist es, diese Art der Folgenabschätzung an Produkten sichtbar zu machen. Darüber hinaus sollen die geprüften Ergebnisse der Gemeinwohl-Bilanz rechtliche Vor- oder Nachteile eines Unternehmens ermitteln, z.B. Steuern, Zölle oder das öffentliche Beschaffungswesen. Mit Hilfe dieser Anreize wird der derzeitige Kosten- und Wettbewerbsnachteil ethischer Unternehmen in einen Preis- und Wettbewerbsvorteil umgekehrt.

Wie ist die Gemeinwohl-Ökonomie organisiert?2022-01-27T08:46:21+01:00

Die Gemeinwohl-Ökonomie ist offen für alle – jede Person, jedes Unternehmen, jede Organisation und jede Gemeinschaft kann sich einbringen und aktiv mitwirken. Einzelpersonen können sich in Regionalgruppen oder Akteur*innenkreisen engagieren, wie dem AK Berater*innen, dem AK Kommunikation, dem AK Auditor*innen oder dem AK Referent*innen. Gemeinsame Entscheidungen werden von allen Gruppen bei der jährlichen Delegiertenversammlung getroffen. Zusammen mit dem Vorstand der Internationalen Föderation bildet die Delegiertenversammlung das höchste operative Organ der Bewegung. In Österreich gibt es 9 Regionalgruppen und 4 Regionalvereine, die miteinander Mitglied im Bundesverband Gemeinwohl-Ökonomie Österreich sind. Dieser ist wiederum als nationale Einheit im internationalen Verband vertreten, siehe dazu unsere Seite Aktiv mitarbeiten.

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